PROLIFERATIONSTHERAPIE

Liebe Patientin, lieber Patient,

in unserer Praxis wird diese besondere Therapieform angewendet, um bei Schmerzen und Erkrankungen des Stütz- und Bewegungssystems unterstützende Effekte zu erzielen. Insbesondere kommt die Therapie zur Anwendung, wenn wiederholte Funktionsstörungen in verschiedenen Ebenen des Achsenorgans auftreten. Muskuläre Defizite lassen sich durch übende und muskelstärkende Verfahren ausgleichen, Strukturschwächen des Bandapparats und der Gelenkkapseln nicht. In diesen Fällen kommt die Proliferationstherapie zum Einsatz.

Bänder an der Wirbelsäule und am Becken stellen die Statik von Wirbeln und Gelenken sicher. Bandstrukturen können verletzt oder überdehnt sein, was unangemessene Belastungen und auch chronische Schmerzen zur Folge haben kann.

Bei der Proliferationstherapie wird eine Mischung aus örtlich betäubenden Medikamenten und Glucose injiziert, was zu einer Stimulation und damit zu schnellerem Wachstum von kollagenem Gewebe führt – eben der Proliferation.

Das Ziel der Therapie ist, erkrankte und verletzte Strukturen zu stärken und die Funktion zu verbessern.

Was wird gemacht?

  • Der Patient wird in Bauchlage gelagert.
  • Die oben beschriebene Therapielösung wird nach der Hautdesinfektion mit einer dünnen Injektionsnadel an den therapeutischen Ort injiziert.
  • Die Behandlung dauert ca. 10 Minuten.
  • In der Regel erfolgen 2 Behandlungen pro Woche.
  • Es werden bei einer Erstbehandlung 10 Injektionen durchgeführt.

Welche therapeutischen Effekte sind zu erwarten?

  • Erfahrungsgemäß werden die Schmerzen und Symptome der Patientinnen und Patienten in ca. 50 bis 70 % für ein halbes oder ein ganzes Jahr verbessert.
  • Bei einer Wiederholungsbehandlung wird individuell festgelegt, wieviele Behandlungen erfolgen sollen. In der Regel sind es 3 bis 5 Behandlungstermine.
  • Die Häufigkeit manualmedizinischer Korrekturen wird signifikant verringert.

Welche Risiken und Nebenwirkungen sind zu erwarten?

  • Die Risiken dieser Therapieform sind mit den üblichen Injektionen vergleichbar und damit bei sach- und fachgerechter Anwendung sehr selten.
  • Infektionen sind äußerst selten.
  • Mitunter kommt es zu „blauen Stellen“ an der Injektionsstelle. Diese verschwinden in wenigen Tagen wieder.
  • Zu Beginn der Behandlung ist die Sensibilität der Haut etwas gesteigert. Dieses Phänomen verliert sich in der Regel während der Behandlung.
  • Allergische Reaktionen auf die injizierten Medikamente sind im Prinzip denkbar, wurden jedoch in unserer Praxis bisher nicht beobachtet.

Hinweise zum Verhalten am Tag der Therapie:

  • Sie können ohne Einschränkungen essen und trinken.
  • Bitte nehmen Sie alle Medikamente, die Sie üblicherweise nehmen, normal ein und bringen Sie bitte eine Liste dieser Medikamente mit.
  • Dieses Informationsblatt sollten Sie vor der ersten Behandlung durchlesen und unterschreiben. Ihre zusätzlichen Fragen werden zuvor von einem Arzt beantwortet.
  • Nach der Behandlung bitten wir Sie, 15 Minuten zur Beobachtung in der Praxis zu verweilen.

Welche Patienten sollten die Proliferationstherapie nicht oder lediglich nach sorgfältiger Abwägung erhalten?

  • Patienten mit einem akuten Atemwegsinfekt oder anderem floriden Infektionskrankheiten.
  • Diabetiker
  • Patienten, die Antibiotika, Aspirin (ASS/Acetylsalicylsäure), blutgerinnungshemmende Medikamente wie Marcumar (Phenprocoumon), Coumadin (Warfarin) oder Clopidogrel erhalten. Sie sollten uns ebenfalls informieren, sofern Sie NOAK`s einnehmen. Dies sind die neuen oralen Antikoagulantien, also nach derzeitigem Stand Apixaban (ELIQUIS), Dabigatran (PRADAXA) oder Rivaroxaban (XARELTO).

Werden die Kosten der Behandlung von den Krankenkassen übernommen?

Die meisten Privatkrankenkassen übernehmen die Behandlungskosten. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten jedoch nicht.

Dres. Barth

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